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Die Eingangstreppe wurde mit Platten gefliest. Im Keller folgten
der Innenputz, Estrich- und Fliesenarbeiten. Mitte November
begann man mit den Erdarbeiten für die Pflasterung der
Außenanlagen. Im Frühjahr 2004 wurden die Arbeiten an den
Außenanlagen fortgeführt und abgeschlossen. Auch der Außenputz
konnte durch eine großzügige Materialspende unseres Mitglieds
Georg Grasser aus Englpolding angebracht werden.
Am 26. Sept. 2004 fand die Einweihung
unseres Trachtenheimes durch Pater Philipp Kollecki statt. Nach
über sechs Jahren Bauzeit und mehr als 7.000 ehrenamtlichen
Arbeitsstunden war das Haus endlich fertig. Nicht unerwähnt
bleiben darf in diesem Zusammenhang, dass während der gesamten
Bauzeit, die Brotzeiten für die freiwilligen Helfer von der
Grünbacher Bäckerei Blattenberger spendiert wurden. Wenn am
Samstag um ½ 12 Uhr einer der Arbeiter zum Bäck‘ kam, hieß es
nur “wia fui Leit seit´s?“ Großzügig ausgestattet kam er dann
zur Baustelle zurück. Dafür ein herzliches Vergelt´s Gott.
Wie jeder Bauherr weiß, ist ein Haus
nicht fertig wenn die Handwerker die Baustelle verlassen haben.
Ein eigenes Haus fordert immer seinen Besitzer, es ständig zu
pflegen und instand zu halten. Auch die Einrichtung war bei uns
noch lange nicht abgeschlossen. In der Küche gab es außer einem
Herd, einer Spülmaschine, einer kleinen Haushaltsspüle und einem
provisorischen Tisch keine weiteren Gegenstände. 2007 wurde über
dem Kellerabgang ein Dach errichtet, da es bei starkem Regen
schon mehrmals Probleme mit dem Wasser gegeben hatte. 2008 wurde
das Darlehen, das der Verein 1999 aufgenommen hatte, verlängert.
Die Zinsen waren leider leicht angestiegen und der Schuldenstand
immer noch beträchtlich. Die laufenden Ausgaben für unser Haus
belasteten den Etat erheblich und es war nicht möglich, eine
Sondertilgung zu leisten. 2008 wurde die Kleiderkammer im Altbau
hinter der Bühne umgebaut und auch der Sitzungsraum daneben
erhielt einen neuen Fußboden. Eine zusätzliche Türe vom
Sitzungsraum zur Bühne wurde eingebaut. 2011 wurden für die
Küche eine neue Edelstahleinrichtung und eine gebrauchte
Gastrospüle gekauft und eingebaut. 2013 kam ein Dunstabzug
hinzu. Nun war auch die Küche fertig. 2013 wurde auch ein neuer
Fahnenschrank im Eingangsbereich eingebaut. Dort kann nun jeder
Besucher unsere restaurierte Fahne bewundern. 15 Jahre seit dem
Beginn des Umbaus waren vergangen, bis alle Bau- und
Einrichtungsmaßnahmen abgeschlossen werden konnten.
So konnte unser 90-jähriges Gründungsfest mit dem komplett
fertiggestellten Trachtenheim begangen werden.
Zu unserm Haus gehörte damals ein ca. 1.700 m² großes
Grundstück. Daneben war ein ca. 80-jähriger Fichtenwald. Ein
idealer Platz für unser traditionelles Kellerfest. Ab 2010 gab
es dort vermehrt Borkenkäfer-Befall. Es mussten immer wieder
Bäume gefällt werden. 2017 wurde der ganze Bestand Opfer des
Käfers und musste gefällt werden. Der schönste Feierplatz im
Landkreis war dahin. Vorstand Anton Lechner suchte das Gespräch
mit Besitzer Dr. Conrad W. Binding. Er unterbreitete ein Angebot
zum Kauf von 1.000 m², um das Gelände für die Zwecke des
Trachtenvereins entsprechend gestalten zu können. Dr. Conrad
Wilhelm Binding nahm sich nach längerer Bedenkzeit und
Gesprächen in seiner Familie, seinen Vater Theodor zum Vorbild,
und er veräußerte fast 1.000 m² für einen symbolischen Preis an
unseren Verein.


Unser
Mitglied Anton Huber fräste die Wurzelstöcke heraus und wir
konnten neu anpflanzen. Es wurden 15 größere Bäume mit einer
Höhe von ca. 4-5 m gepflanzt.
Für jeden Baum gab es einen Paten, der die Kosten übernahm.
Im Juli 2019 wurde unsere Theaterbühne umfassend saniert. Dies
war der letzte Gebäudeteil, der noch nicht saniert worden war.
Boden, Decke, Elektrik, und Beleuchtung wurden erneuert. Wieder
wurde alles selbst gemacht. Ca. 300 Arbeitsstunden wurden dafür
hauptsächlich von den Theaterspielern des Vereins geleistet. Die
Zeit des langen Lockdowns Anfang 2020 nutzen wir schließlich um
den Fußboden im Saal zu erneuern. Dieser war schon 50 Jahre alt
und es gab immer wieder Probleme mit durchgebrochenen
Parkettriemen. Mit über 300 Stunden Eigenleistung wurde der alte
Boden ausgebaut und ein moderner Sportschwingboden mit
Eichenparkett eingebaut. Die strengen Corona-Regeln führten
dazu, dass Anton Huber und Anton Lechner den Ausbau des alten
Bodens alleine machen mussten. Es durften sich ja nur 2
Haushalte treffen. Selbst die Zeit für das obligatorische
Feierabendbier war knapp. Wegen der abendlichen Ausgangssperre
mussten sie um 21 Uhr zu Hause sein. Für den Einbau holte man
sich die Hilfe einer Fachfirma. Um beim Einbau mithelfen zu
können, war eine extra Genehmigung des Landratsamts
erforderlich. Nun ist unser Haus wieder einmal fertig. Aber ganz
fertig ist so ein Haus ja nie.
Wir Grünbacher Trachtler sind stolz auf unser Trachtenheim:

Verfasser: Anton Lechner
(erste Fassung vom
Juli 2014 - ergänzt im Februar 2021 und Oktober 2024)
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